Die Geschichte Knuthenborgs
Im Jahr 1328 wird Knuthenborg das erste mal unter dem Namen „Årsmarke“ erwähnt. Bis 1662 gehörte der alte Herrensitz bevorzugt einigen Mitgliedern des alten dänischen Adels, die im Reichsrat die reellen Machthaber in Dänemark, Norwegen und den Färöer-Inseln waren. Der König wurde durch den Reichsrat gewählt.
Die Familie Urne war eine der mächtigen Familien jener Zeit. Drei Generationen der Familie waren Besitzer von Årsmarke 1527-1667.
Als König Frederik 3 (1609-70) den Absolutismus und damit die erbliche Monarchie1660 einführte, erhob er neue Männer in den Adelsstand, die er um sich scharrte. Einer von ihnen war Cornelius Pedersen Lerche, ein Karriere-Diplomat und ab 1667 Besitzer von u. a. Årsmarke. Seine Tochter, Schwester Lerche, heiratete 1677 den mecklenburgischen Adelsmann Eggert Christoffer von Knuth, der unter dem dänischen König Christian 5 (1646-1699) im Dienst war. Das Ehepaar Knuth/Lerche erwies sich als hervorragendes Paar für Årsmarke, die es durch Betrieb, Zukauf und Tausch vergrößerten.
Die Grafschaft
Ihr Sohn, Adam Christoffer Knuth, wurde unter König Frederik 4. der erste Lehnsgraf der Familie im Jahr 1714. Das alte Årsmarke wurde zur neuen Grafschaft Knuthenborg.
Grafschaften, Barone und Stammhäuser wurden als Folge des Absolutismus errichtet. Die großen Gutsherrenhöfe unterlagen der Festlegung und konnten daher nicht verpfändet, beliehen oder aufgeteilt werden. Ungeteilt sollten diese Güter, wie das Königreich, an den ältesten Sohn weitergegeben werden. Aufgabe der Lehnsherren war es, den Glanz des Königs aufrecht zu erhalten und sein Stellvertreter in den Ländereien zu sein. Das war zwar steuerfrei, aber man hatte die gleichen Pflichten wie ein Bürgermeister in einer Kommune.
Neue Zeiten
Nach dem Fall des Absolutismus 1848 und Einführung des Neuen Grundgesetzes im Juni 1849 beschloss der Reichstag eine Absichtserklärung über die Auflösung der Grafschaften, Barone und Stammhäuser. Das waren Lehen des Absolutismus und daher nicht mehr im Takt mit der neuen Demokratie. 1919 wurde die Erklärung zum Gesetz erhoben und in den Folgejahren gingen die Gutsherrenhöfe in freies Eigentum über. Im Gegenzug wurde ein wesentlicher Teil des Bodens und der Kunstschätze an den Staat abgegeben. Der Boden wurde auf Kleinbauern verteilt und viele der Kunstschätze sind heute in Privatbesitz oder in Museen überall auf der Welt.
Die Gutshöfe überlebten in vielen Fällen mit neuen Besitzern, doch Knuthenborg ist bis heute in 13. Generation im Besitz der gleichen Familie.
Die Personen
Einer der markantesten Personen war der Lehnsgraf Frederik Marcus Knuth (1813 -1856). Er gehörte zur 7. Generation der Familie. Als nationalliberaler Außenminister ohne Geschäftsbereich vom März bis November 1848 hatte er Einfluss in der emporstrebenden Demokratie. Seine Haltung war die Bewahrung Dänemarks mitten im Chaos – und die Bewahrung Knuthenborgs. Es ist sein Verdienst, dass das Gut „Bandholm Havn“ (Bandholm Hafen) im Jahr 1837 angelegt wurde. Der Hafen ist heute ein Industrie- und Jachthafen. Während der Ausgrabungen für den Hafen entsprang eine Süßwasserquelle im Hafenboden, von der die anlaufenden Schiffe ihr Frischwasser bezogen. Die Quelle ist immer noch in der Hafenmitte zu sehen.
Nächster Besitzer und die 8. Generation war Eggert Christoffer Knuth (1838 – 1874). Er wird als der eigentliche Vater des Landschaftsparks angesehen, für den Knuthenborg bekannt ist. Durch Beratung des englischen Landschaftsarchitekten Edward Milner holte er seltene Gewächse aus den meisten Teilen der Erde zusammen.
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Die Architekten Henrik Steffens Sibbern und Vilhelm Tvede waren die Baumeister für die vielen Gebäude, die im viktorianischen Stil erbaut wurden. Sibbern werden besonders die Gebäude Maglemerporten, Skovridergården, Godsinspektørboligen und Enkesædet, das heutige Knuthenborg Schloss, zugeschrieben. Vilhelm Tvede war Architekt für die kleinen Pförtnergebäude bei Snapind.
Rund um dieses kleine Königreich von 620 ha wurde 1867-71 eine 7,2 km lange Mauer aus Feldsteinen errichtet.
Tourismus in Knuthenborg
Seit der Schaffung des Parks um 1860 gab es einen öffentlichen Zugang gegen Bezahlung. Zu Fuß, zu Pferd, im Wagen, auf dem Fahrrad – und viel später im Auto. 1926 wurde der Park unter Denkmalschutz gestellt und hat sich seitdem von einer lokalen zu einer nationalen Touristenattraktion entwickelt.
Um 1950 wurde ein geschlossener Tiergarten beim Svanesøen (Schwanensee) für 70 Stück Dammwild errichtet. Doch erst 1969 hat der jetzige Lehnsgraf, Adam W. Knuth, durch Zufall die Möglichkeit bekommen, die ersten exotischen Tiere in den Park zu bekommen. Ein Tierhändler hatte eine kleine Gruppe Zebras, drei Strauße und drei Nilgai-Antilopen im Park untergebracht. Das Gerücht über diese spannenden Tiere verbreitete sich schnell und es wurde eine Reise wert, sie zu sehen. Die Idee, selbst einen Safari-Park zu schaffen, war nun ernsthaft auf der Insel Lolland geweckt worden.
Heute ist Knuthenborg Park & Safari eine der meistbesuchten Touristenattraktionen in Dänemark, mit bis zu 270.000 Besuchern jährlich.
Das Unternehmen Knuthenborg
Knuthenborg betreibt heute Wald- und Landwirtschaft, Jagt, Hafenbetrieb, Restaurants und Gebäudevermietung, insgesamt 2300 ha. Als natürliche Folge dieser Aktivitäten weiterhin Detailhandel, Service, Technik und Anlagenbau. Knuthenborg Park & Safari ist ein untrennbarer Teil der alten Geschichte. Eine spannende Kombination aus Traditionen und Geschichte, Natur und Kultur, Neuem Wissen und alten Namen.
Das Logo Knuthenborgs vereinigt Vorzeit und Zukunft in einer vereinfachten und modernen Ausgabe des traditionellen Waffenschilds der Familie.
Wo die Grafenkrone die Errichtung der Grafschaft Knuthenborg im Jahr 1714 symbolisiert, unterstreichen die drei Kleeblätter des Waffenschilds die mecklenburgische Familie von Knuth um 1200.
Die Familie Knuth
Die adlige Familie Knuth hat als Besitzer in 12 Generationen die Verantwortung für Wachstum und Entwicklung des großen Gutes auf der Insel Lolland gehabt. Bei vielen dieser Generationen haben Zufälle, wie beispielsweise frühzeitiger Todesfall, Einfluss genommen.
Es kann nur einen Lehnsgrafen in der Familie geben, so auch in der Familie Knuth. Erst wenn der jetzige Lehnsgraf verstirbt wird sein ältester Sohn nächster Träger des Titels. Mit dem erwähnten Gesetz aus dem Jahr 1919 wurde vereinbart, dass die Inhaber der Lehnstitel über drei Generationen erhalten bleiben. Danach wird das Familienoberhaupt normaler Graf und seine Frau normale Gräfin sein. Die gleichen Regeln gelten für die früheren Barone und deren Lehnsbarone.
Dass die jetzige Lehnsgräfin auf Knuthenborg auch Bille Brahe heißt liegt an der Herkunft ihrer eigenen Familie, einem alten dänischen Uradel mit starken schonischen (Schweden) Banden.
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